Heiner Luchs. Robel Zeru und Andreas Schrader in der Backstube der Bäckerei Göing.
Seeger
Heiner Luchs. Robel Zeru und Andreas Schrader in der Backstube der Bäckerei Göing.

Einmalige Chance ergriffen

Ohne Hilfe vom Betrieb geht es nicht. Der 19-jährige Robel Zeru aus Eritrea muss alles geben, um die Ausbildung zum Bäcker zu schaffen.

Hannover.- (see) Robel Zeru kam über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) zur Bäckerei Göing. „Er hat sich hier so gut angestellt und war immer zuverlässig, so dass wir ihm im Anschluss einen Ausbildungsplatz als Bäcker angeboten haben“, erzählt Andreas Schrader, Ausbildungsmeister bei Göing.

Neben seiner Ausbildung bekommt er im Rahmen des Integrationsprojekts Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA) noch regelmäßigen Deutschunterricht in der Handwerkskammer Hannover und auch die Bäckerei Göing hat Extra-Nachhilfe organisiert. Eine notwendige Maßnahme, denn in Eritrea hat er nur vier Jahre lang die Schule besuchen können, bevor er sich mit 16 Jahren ganz allein auf den Weg in Richtung Deutschland gemacht hat.

„Sich verständlich machen, klappt schon ganz gut, aber die Theorie in der Berufsschule stellt noch einmal ganz andere Herausforderungen an Zeru“, so Schrader. „Daher sind wir froh, dass wir allen Auszubildenden schon seit längerem hausintern Fachunterricht durch einen pensionierten Berufsschullehrer anbieten können.“ Heiner Luchs ist einmal die Woche in der Produktion bei Göing und vertieft mit den zurzeit neun Lehrlingen praktische und theoretische Inhalte.

Auch im Alltag erhält Zeru Hilfen vom Betrieb: bei Arztbesuchen und Behördengängen oder durch spontane Möbelspenden von Kollegen für die neue Wohnung. „Wir kümmern uns alle und daher bin ich guter Dinge, dass er es schaffen wird“, so Schrader.

Seit 2014 bringt das Projekt IHAFA Geflüchtete ins Handwerk. Von den Bewerbertagen über die Berufsorientierung bis hin zu Praktika und Einstiegsqualifizierungen, es gibt viele Maßnahmen, die alle das Ziel haben, die passenden Bewerber für eine  Ausbildung im Handwerk herauszufiltern. „Von zehn Geflüchteten im letzten Durchgang unserer Kompetenzfeststellung konnten wir immerhin vier in Ausbildung und einen in ein Langzeitpraktikum vermitteln“, zeigt sich Julia Yilmaz zufrieden. (06.02.2018)

Kontakt:

Julia Yilmaz
Beraterin für Integrationsprozesse im Projekt "Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber (IHAFA)"

Tel. (0 51 31) 70 07 - 682
Fax (0 51 31) 70 07 - 280
j.yilmaz--at--fbz-garbsen.de