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Energieberatung: So senken Sie Ihre Kosten

Viele Handwerksbetriebe sind von hohen Energiekosten extrem belastet. Betriebsberater Gunter Stegemann hat die richtigen Tipps.

Hannover.- (see) Viele Handwerksbetriebe sind von hohen Energiekosten extrem belastet. Insbesondere Bäckereien denken darüber nach, wie sie ihren hohen Verbrauch senken können. Betriebsberater Gunter Stegemann hat die richtigen Tipps.

Herr Stegemann, bei den rasant steigenden Energiepreisen suchen jetzt viele Handwerksbetriebe nach Mitteln und Wegen Kosten einzusparen. Wie kann das gehen?

Stegemann: Zunächst ist eins sehr wichtig. Es gibt nicht eine Lösung für alle Betriebe. Wir gucken uns jedes einzelne Unternehmen genau an, wo es Sinn macht anzusetzen, je nach den individuellen Gegebenheiten. Energie einzusparen ist ein Weg, nach der richtigen alternativen Energiequelle zu suchen, ist eine weitere Möglichkeit. Außerdem ist es wichtig, dass die Maßnahmen, die man dann ergreifen will, ein schlüssiges Gesamtkonzept ergeben.

Was ist der erste Schritt, wenn ein Betrieb beim Thema Energie Kosten sparen möchte?

Als allerersten müssen die Energiekosten und Energieverbraucher ermittelt werden, bevor in neue Technik investiert wird. Damit identifiziert man die Energiefresser im Betrieb und hat den richtigen Ansatzpunkt. Bei jeder Änderung im Prozess oder bei jeder Investition sollte der Inhaber überlegen, welches die Variante mit dem niedrigsten Energieverbrauch ist. Ich begleite beispielsweise zurzeit die Bio-Bäckerei Backwerk in Hannover, die einen Standortwechsel vorbereitet und in diesem Zuge neue Backöfen anschafft. Hier sind allein Energieeinsparungen in Höhe von 20 bis 30 Prozent möglich.

Sie werden energieeffiziente Thermoölbacköfen anschaffen, die auch eine Wärmerückgewinnung angeschlossen haben. Die Abwärme nutzt die Bäckerei für die Warmwasserbereitung und als Heizungsunterstützung. Bei der Kühlung setzt sie auf CO2 als Kältemittel. Denn das natürliche Kältemittel ist umweltfreundlicher und zugleich kostengünstiger als die fluorierten Kältemittel. Damit sparen sie – ausgehend von einer deutlichen Produktionssteigerung gegenüber der jetzigen Produktion – in Zukunft jährlich 125 Tonnen CO2 ein und senken den Energieverbrauch von ca. 285 MWh im Jahr auf ca. 123 MWh. Die Investitionen in den neuen energieeffizienten Standort amortisieren sich damit schneller.

Welches sind weitere Möglichkeiten Kosten zu sparen und sich gleichzeitig von Öl und Gas unabhängiger zu machen?

Mit einer Photovoltaikanlage für die Eigenstromversorgung können Stromkosten gesenkt werden. Dabei spielt eine gute Anlagenplanung eine wichtige Rolle, um dem spezifischem Energiebedarf des Betriebs gerecht zu werden. Der eigenen PV-Strom kann zum Beispiel auch zum Laden von E-Nutzfahrzeugen genutzt werden. Stärker nachgefragt werden gerade die sogenannten Kleinwindanlagen auf dem eigenen Grundstück, um unabhängiger von den großen Versorgern zu werden. Auch das Thema Erdwärme in Kombination mit Wärmepumpen erlebt eine Renaissance. Welche Variante wirtschaftlich ist, hängt vom Standort, von der Anlagengröße, der entsprechenden Technik und vom eigenen Energiebedarf ab.

Die Bäckerei Backwerk hat ihren Fuhrpark auf drei E-Lastenräder und ein CNG-Fahrzeug umgestellt, so dass sie auch hier fast emissionsfrei und energieunabhängiger geworden sind.

Um Bio-Läden beziehungsweise Kunden in der Stadt und der Region zu beliefern fahren die Mitarbeiter der Bäckerei jeden Tag im Schnitt 17 Kilometer Wegstrecke. Für größere Entfernungen nutzt die Bäckerei ihren gasbetriebenen Caddy. Das Bio-CNG wird aus Stroh gewonnen. Dabei fallen nach Angaben des Anbieters bei der Verbrennung lediglich rund zehn Prozent der CO2-Emissionen gegenüber Benzin oder Diesel an. Für die E-Lastenräder nutzt das Backwerk Ökostrom. Am neuen Standort plant die Bäckerei die Anschaffung weiterer Lastenräder mit Transportboxen. Mit dem heutigen Lieferkonzept spart die Bio-Bäckerei mindestens 250 Liter Diesel pro Jahr ein. Damit zeigt sie, dass Lastenfahrräder für gewerbliche Zwecke in manchen Gewerken sinnvoll einzusetzen sind. Gleichzeitig sind sie ein Blickfang auf der Straße und damit eine gute Werbung für das Unternehmen.

Ansprechpartner:

Gunter Stegemann
Energieberater

Tel. +49 511 34859 485
Fax +49 511 34859 432
stegemann--at--hwk-hannover.de



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