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Wirtschaftliche Lage im Handwerk bleibt robust

Landesweite Umfrage zeigt: Corona hinterlässt Spuren, aber Handwerk bleibt verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder.

Hannover.- Die wirtschaftliche Lage im niedersächsischen Handwerk gestaltet sich nach wie vor robust. Das zeigt die landesweite Umfrage des Niedersächsischen Handwerkskammertages (NHT) zum handwerkspolitischen Aschermittwoch, an der sich rund 1.500 Betriebe beteiligt haben. Gut drei Viertel der befragten Betriebe bewerten ihre Lage mit „gut“ oder „befriedigend“. Zu dieser guten Gesamtbewertung tragen vor allem die Betriebe im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe bei, die sogar zu 96 bzw. 93 Prozent mit ihrer Lage sehr zufrieden oder zufrieden sind.

In der Gruppe der personenbezogenen Dienstleistungshandwerke, d.h. vor allem in den Friseur- und Kosmetikbetrieben, ist aufgrund des langen Lockdowns die Stimmungslage dagegen äußerst angespannt. Mit 72 Prozent der Betriebe zeigte sich der weitaus überwiegende Teil mit seiner aktuellen wirtschaftlichen Lage mehr als „unzufrieden“. Vielfach sind die Reserven aufgebraucht und die Wirtschaftshilfen noch nicht oder in unzureichendem Umfang angekommen – dies gilt insbesondere mit Blick auf den Ausfall des Unternehmerlohns.

Aber auch in den Kfz- und Gesundheits- sowie Lebensmittelhandwerken machen sich die Corona-Beschränkungen deutlich bemerkbar. Der Anteil der unzufriedenen Stimmen ist mit ca. 40 Prozent hier ebenfalls deutlich gestiegen. Die angekündigte Öffnungsperspektive für die Friseurbetriebe ist richtig. Die handwerklich geführten Kosmetikbetriebe zeigten sich enttäuscht, sie hatten ebenfalls auf eine Öffnung gesetzt.

Handwerk bietet gute Job- und Ausbildungschancen

Trotz der weiterhin schwierigen Lage wollen die Betriebe als verlässliche Arbeitgeber und Ausbilder ihre Personalplanungen und -entwicklungen wenig ändern. Über 80 Prozent gaben an, ihre Beschäftigten zu halten, unter ihnen planen acht Prozent auch Neueinstellungen. Knapp 20 Prozent rechnen zwar mit Rückgängen, aber nur bei weniger als drei Prozent der Betriebe sollen diese deutlich ausfallen. Die Arbeitsplatzsicherheit im Handwerk bewerten die Handwerksunternehmer selbst als ausgesprochen hoch. Sie wird im Handwerk von über 70 Prozent der Betriebsinhaberinnen im Vergleich zur übrigen Wirtschaft als „höher“, darunter von knapp 30 Prozent sogar als „deutlich höher“ eingestuft.

Gut 80 Prozent der Ausbildungsbetriebe werden zudem ihr Ausbildungsengagement nicht zurückfahren, sondern auf dem gewohnten Niveau halten. Unter den übrigen 20 Prozent der Betriebe, die Veränderungen planen, werden zwei Drittel ihre Ausbildungsangebote ausweiten und nur ein Drittel verringern. Für den Handwerksnachwuchs bleiben die Handwerkerinnen und Handwerker optimistisch: Über 80 Prozent der Betriebsinhaber*innen schätzen die beruflichen Chancen im Handwerk als „gut“, darunter 43 Prozent sogar als „sehr gut“ ein.

 Viele Handwerksberufe, die bisher nicht unbedingt im Vordergrund standen, erwiesen und erweisen sich unmittelbar vor Ort als systemrelevant, weil sie zur Sicherstellung der Gesundheit und Hygiene, zur Versorgung in den Bereichen Wasser, Wärme und Energie, zur Sicherstellung der Mobilität und der Kommunikation oder auch zur Lebensmittelversorgung beitragen. (17.02.2021)

 

 Der vollständige Bericht zur Umfrage kann hier direkt abgerufen werden.



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